In Memoriam Prof. Sachiko Schmid BA

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Die Mitglieder von Ikebana International Vienna Chapter

trauern um

Frau Prof. Sachiko Schmid BA

Past President und aktuell Vizepräsidentin Ikebana International Vienna Chapter

 Branch Direktorin der Sōgetsu Vienna Study Group

Eiyo-Shō Ehrenpreis von Iemoto Hiroshi Teshigahara 

anlässlich des 70. Jubiläums der Gründung der Sōgetsu-Schule

Eiyo-Shō Ehrenpreis von Iemoto Akane Teshigahara

anlässlich des 80. Jubiläums der Gründung der Sōgetsu-Schule

  Ehrenpreis des Japanischen Außenministers

für die Förderung der Beziehungen Japan - Österreich

  

In großer Dankbarkeit blicken wir

auf ihr reiches künstlerisches Ikebana-Werk zurück

und auf ihre Verdienste für Ikebana International.

 

   

Sachiko Schmid in memoriam

(10. 4. 1939 – 6. 7. 2014)

 

Am 6. Juli 2014, kurz nach ihrem 75. Geburtstag verstarb Prof. Sachiko Schmid, Ikebana International Vienna Chapter Präsidentin 2010-2012 und aktuell Vizepräsidentin. Die Ikebana-Ausstellungseröffnung „Mein Ikebana im Frühling“ im Japanischen Informations-und Kulturzentrum Wien an ihrem Geburtstag am 10. April dieses Jahres sollte ihre letzte sein.

Nach Abschluss der Toho Musikuniversität mit dem Bachelor of Arts, widmete sie sich dem Ikebana Studium bei der Sogetsu-Meisterin Misho Hirai. Sie dachte damals nicht, dass Ikebana in Europa für sie eine bedeutsame Rolle spielen könnte. Nach ihrer Heirat 1973 übersiedelte sie nach Wien. Ihr Mann, Volkshochschuldirektor in Wien-Brigittenau, ermunterte sie ab 1975 Ikebana Unterricht zu geben. Nach über 20 Jahren Unterricht ging aus 20 langjährigen KursteilnehmerInnen 1997 die Gruppe „IKEBANA 20“ hervor. Mit dieser Gründung begann sie mit ihren jährlichen Ausstellungen im Japanischen Informations- und Kulturzentrum. Jährlich gestaltete Sachiko Schmid für die Japanische Botschaft Ikebana zum Geburtstag des Kaisers und für verschiedenen Festlichkeiten.

Bereits 1975 gehörte sie der Gruppe Ikebana International in Wien an, aus der 1985 das Vienna Chapter #223 hervorging. Von da an war sie im Vorstand tätig, von 2010 bis 2012 Präsidentin und zuletzt Vizepräsidentin. In diese Periode fällt das 25jährige Jubiläum des Chapter zu dem eine Festschrift erscheint. Sachiko Schmid schreibt darin „Zur Geschichte der Ikebana“, wo ihr Bestreben zur Verbreitung der japanischen Kultur, im Besonderen von Ikebana offenkundig wird.

Der japanische Botschafter Akio Tanaka wünschte dem Vienna Chapter und deren Freunden, dass weiterhin „die Schönheit und Lustigkeit des Ikebana-Arrangements auf ihre Weise – einmal japanisch, ein anders Mal österreichisch oder europäisch – in ihrer eigenen Bewunderung und Freude über die Natur zum Ausdruck zu bringen“.

Als das Erdbeben und der Tsunami Japan 2011 getroffen hatte, half Sachiko Schmid in Benefizveranstaltungen, auch mit dem Vienna Chapter, Spenden zu sammeln. Es bestand direkter Kontakt zum Bürgermeister und zu Mitgliedern des Gemeindeamts von Futaba-machi, 10km vom AKW Fukushima entfernt, sodass die Spendengelder direkt übergeben werden konnten.

Große Anerkennung haben ihre unermesslichen Bemühungen gefunden, die Idee von „Ikebana International“ zu realisieren und über ihre eigene geliebte Schule hinaus, auch andere Ikebana Schulen Japans in Wien bekannt zu machen, und die Beziehungen zwischen Europa und Japan zu fördern. Sie verhalf den Feierlichkeiten von Ikebana International anlässlich des 140jährigen Jubliäums der Beziehungen zwischen Japan und Österreich im Museum für Völkerkunde 2009 zu einem großen Erfolg. Sie unterstützte dabei mit seiner Assistentin Kasumi Saito die Vorführung vom Iemoto der Ichyio-Schule Akihiro Kasuya und zwei von ihm geleitete Workshops. Es war eines der Ereignisse in der Chapter Geschichte, welche die Beziehungen dieser zwei Kulturen und den wahren Geist von „friendship through flowers“ gestärkt hat, so Itsuko Nakayama, damalige International Präsidentin. Es waren keine leeren Worte, denn mit ihr wirkten in Wien elf Mitglieder von Headquarters und vom Tokyo Chapter mit. Im selben Jahr wurde Sachiko Schmid für ihre interkulturellen Leistungen vom Japanischen Außenminister ausgezeichnet.

Ihre Freude an nationalen und internationalen Beziehungen und ihr Bewusstsein für Ikebana International veranlassten sie, 2006 und 2012 an der Teilnahme an den Weltkonferenzen von Ikebana International in Tokyo.

Eine Veranstaltung die ihr besonders am Herzen gelegen ist, war 2012 die Präsentation der Misho-Schule durch Shigeho Azuma am Institut für Philosophie der Universität Wien mit Univ.-Doz. Dr. MMag. Hisaki Hashi und dem Mitglied unseres Chapters und Vertreterin der Misho-Schule, Kayoho Nakano.

 

In der Eröffnungsrede zur Sonderausstellung „Wald/Baum/Mensch“ anlässlich des Internationalen Jahr des Waldes der Vereinten Nationen 2012 brachte sie ihr Anliegen zum Ausdruck:

Mit unserer Ausstellung hier im Museum möchten wir Sie für Ikebana gewinnen, das heißt sensibel mit Blume und Baum umzugehen. Denn wir sind überzeugt, dass Blume und Baum helfen können, die Menschen zu einem harmonischen Miteinander zu bringen.“

 

 

Ihre Hoffnungen lagen darin, den Ikebana-Geist von Japan und Sogetsu in Stadt traditioneller europäischer Kultur zu verbreiten und fortzusetzen:

Die Aktivitäten der Gruppe in der Kulturstadt Wien lassen die traditionelle japanische Ikebana-Kunst als kleine Blume inmitten der Stadt, die in der Welt als kulturelles Zentrum Europas bekannt ist, aufblühen.“ (Sachiko Schmid 2012)

Ich als jetzige Präsidentin erhoffe für das Chapter in Zukunft weiterhin viel Erfolg, und vielleicht das Erscheinen einer nächsten Festschrift nach fünfundzwanzig Jahren.“ (Sachiko Schmid 2012)

  

Publikationen:

Beitrag zur Schriftenreihe Japankunde „Japanische Geistesströmungen“ hg. von Univ.-Prof. Dr. Sepp Linhart, Wien: Literas Universitätsverlag 1983

 

Übersetzungen von Büchern ins Japanische: „Musikstadt Wien“ und „Wiener Staatsoper“ (Wien: Verlag E. Dorner 1990)

 

„Zur Geschichte der Ikebana“ in: I.I. Vienna Chapter & VHS Brigittenau (Hg.): „Ikebana International Vienna Chapter – die ersten 25 Jahre“,  Wien 2012

 

Nachrufe

 

„Ich als der damalige Leiter des Kulturzentrums der japanischen Botschaft in Österreich bin immer noch Frau Professor Schmid außerordentlich dankbar, dass sie mit vollem Engagement immer bereit war, uns den Mitgliedern von der Botschaft von Japan zu helfen. Darüber hinaus sind ihr unheimlich großartiger Beitrag und Leistung für die Vorstellung und die Verbreitung der japanischen Ikebana Kultur nie zu vergessen. Ihr charmantes Lächeln ist und bleibt in meiner schönen Erinnerung für immer.“  

Tomonobu HORI, Direktor des Japanischen Informations- und Kulturzentrum 2009

 

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„Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht des Ablebens von Ihrer Vizepräsidentin Frau Prof. Sachiko Schmid B.A. gelesen. Sie war ein so liebenswerter, weiser und freundlicher Mensch - und so bleibt sie uns weiterhin in steter Erinnerung.“

Petra Sela, Österreichische Haiku Gesellschaft

 

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„… ihre stets sachliche und fundierte Meinung zu erfragen, und ihr heiteres Lachen zu hören, so war sie doch oft in meinen Gedanken und wird es bleiben. Ich trauere mit allen Freunden, Schülern und Verwandten um einen besonders liebenswerten, klar denkenden und uneigennützigen Menschen. Zugleich bin ich zutiefst dankbar, dass ich sie kennenlernen durfte.“

Univ.-Doz. Dr. Jorinde Ebert, Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien

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Präsidium des Vereins für Komparative Philosophie und

Interdisziplinäre Bildung (KoPhil)

15. 7. 2014

 An die Gesellschaft Ikebana International Vienna,

verehrte Mitglieder von Ikebana International Wien,

 

mit tiefstem Bedauern senden wir Ihnen unser herzlichstes Beileid zum Abschied von unserer Prof. Sachiko Schmid, der verehrten Meisterin und Lehrerin der Ikebana, vom Präsidium des Vereins für Komparative Philosophie und Interdisziplinäre Bildung (KoPhil).

Es war ein zu rasch gekommenes, unerwartetes Ende. Wenn wir unsere jüngste gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, das Vorstellen der Ikebana-Ästhetik der „Misho-Schule“ an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien im Mai 2012 in Erinnerung rufen, erscheint es uns so, dass das Ende des Lebens durch einen Augenblick alles drastisch abtrennt.

 

„Die Einheit von Leben-Sterben ist die allerwichtigste Sache.

Die Zeit vergeht rasch; alles Seiende ist anitya (unbeständig, vergänglich).

Verträumt nicht – halten wir unseren Geist wach.

Seid niemals nachlässig – niemals.“

 

Der Spruch des Zen-Buddhismus zeigt den drastischen Wandel des menschlichen Lebens, worin er eine unabänderliche Wahrheit unmittelbar ausspricht.

Die Realität ist hart, unendlich bleibend ist nur die Tugend, das hohe Können der lieben Sachiko Schmid und ihre unermessliche Mühe zum Entwickeln der Ikebana-Kunst in Wien, der Beziehung zwischen Europa und Japan.

Wir sind überzeugt, dass Frau Prof. Sachiko Schmid, durch ihr erfülltes Leben und ihre reichhaltige Leistung in der Lehre und Kunst in der Kulturgeschichte Wiens und Österreichs langfristig bleiben wird, indem ihre Seele immer wieder die Verehrung und Anerkennung von uns und vielen Nachkommen findet.

Lasst uns beten – für die ewige Ruhe und Seligkeit der lieben Verstorbenen.

 

In Gasshō und in tiefer Trauer

 

Präsidium des Vereins für Komparative Philosophie und

Interdisziplinäre Bildung (KoPhil)

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